Die Rostocker Bürgerschaft berät am Mittwoch den Antrag der Fraktion FDP/Unabhängige zur Anpassung des Klimaziels 2035 an die bundeseinheitlichen Vorgaben. Hintergrund sind die fehlenden Fortschritte und der weiterhin ausstehende Transformationspfad der Stadt. Julia Kristin Pittasch, Fraktionsvorsitzende, erklärt dazu:

„Die damalige links-grüne Mehrheit in der Bürgerschaft hat vor fünf Jahren Klimaneutralität bis 2035 als Ziel ausgerufen, obwohl allen Beteiligten klar war, dass es keinen realistischen Weg dorthin gibt. Bis heute gibt es keine Strategie, keinen Zeitplan und kein Preisschild. Das hat inzwischen auch die Oberbürgermeisterin offen eingeräumt. Diese Ehrlichkeit wünsche ich mir auch von der grünen Umweltsenatorin und der Rostocker Bürgerschaft.

Die EU will 2050 klimaneutral sein, der Bund 2045. Rostock sollte plötzlich zehn Jahre schneller sein, ohne dass dafür die Grundlagen geschaffen wurden. Es hilft niemandem, wenn wir Ziele beschließen, die weder organisatorisch noch finanziell erreichbar sind.

Klimaschutz gelingt nicht mit immer neuen Tempo-30-Experimenten, die Frust erzeugen, aber keine echten Effekte bringen. Die großen Hebel liegen bei der Wärmewende, bei der Energieinfrastruktur, beim Thema Wasserstoff. Dort können wir viel erreichen und genau dort brauchen wir endlich eine realistische, finanziell tragbare Strategie.

Ansonsten zahlen am Ende die Rostocker bei Wärme, Strom und Nahverkehr die Zeche. Wir wollen keine Symbolpolitik, sondern einen Kurs, der wirkt und die Menschen nicht überfordert.“