Das Land fördert alles, nur nicht unsere Leistungsträger!

Mit Julia Ulbricht, Johanna Martin und Lia Flotow haben gleich drei Athletinnen des 1. LAV Rostock Deutschland bei der Leichtathletik-Europameisterschaft stark vertreten. Julia Ulbricht krönte den starken Rostocker Auftritt mit Silber im Speerwurf. Für die Fraktion FDP/Unabhängige ist dieser Erfolg Anlass, mehr Wertschätzung und bessere Bedingungen für den Leistungssport in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern zu fordern. Dazu erklärt die Fraktionsvorsitzende Julia Kristin Adler:

„Herzlichen Glückwunsch an Julia Ulbricht zu dieser großartigen Silbermedaille. Das ist ein riesiger Erfolg und darauf kann ganz Rostock stolz sein. Ebenso großen Respekt verdienen Johanna Martin und Lia Flotow. Drei Athletinnen aus einem Rostocker Verein bei einer Europameisterschaft haben eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in unserer Sportstadt steckt.

Solche Erfolge fallen aber nicht vom Himmel. Sie sind das Ergebnis von Talent, jahrelangem Training, Disziplin und Verzicht. Genau deshalb müssen wir wieder stärker darüber sprechen, welchen Stellenwert Leistung in unserer Gesellschaft hat und wie wir diejenigen unterstützen, die bereit sind, besonders viel zu leisten.

Julia Ulbricht war nach einer Verletzung aus dem Bundeskader gefallen und musste ihren Lebensunterhalt mit Nebenjobs finanzieren. Jetzt gewinnt sie EM-Silber. Wenn eine Athletin erst eine internationale Medaille holen muss, um wieder die volle Aufmerksamkeit des Fördersystems zu bekommen, läuft etwas falsch. Verletzungen und vorübergehende Leistungstiefs gehören zum Spitzensport. Sie dürfen nicht dazu führen, dass Talente plötzlich weitgehend auf sich allein gestellt sind.

Leistungssport braucht mehr als Glückwünsche nach dem Zieleinlauf. Er braucht verlässliche Förderung, moderne Sportstätten und Bedingungen, unter denen sich Studium, Ausbildung, Beruf und Spitzensport miteinander vereinbaren lassen.

Mecklenburg-Vorpommern kann stolz auf seine Spitzensportler sein. Stolz allein bezahlt aber keine Miete und schafft noch keine Trainingsbedingungen auf Spitzenniveau. Die Landespolitik muss den Leistungssport wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Wer internationale Erfolge will, kann sich nicht darauf verlassen, dass Athleten, Trainer und Vereine das irgendwie selbst auffangen. Wir haben die Talente. Jetzt müssen wir ihnen auch die Bedingungen geben, hier erfolgreich zu werden und zu bleiben.

Wer Leistung will, muss Leistung auch ermöglichen. Und wer Medaillen feiern will, muss vorher bereit sein, in die Menschen zu investieren, die sie gewinnen können.