Die Fraktion FDP/Unabhängige kritisiert die Entwicklung eines Solar-Wirtschaftlichkeitsrechners durch die Stadtverwaltung. Auf eine Anfrage der Fraktion teilte die Verwaltung mit, dass für die Entwicklung des Online-Tools rund 72.590 Euro aus einem Budget für Digitalisierungsvorhaben ausgegeben wurden. Dazu erklärt die Fraktionsvorsitzende der Fraktion FDP/Unabhängige, Julia Kristin Pittasch:
„Wir befinden uns in einer extrem angespannten Haushaltslage. Für viele wichtige Aufgaben fehlt Geld. Gleichzeitig gibt die Stadt über 72.000 Euro für einen Solar-Rechner aus, obwohl es solche Wirtschaftlichkeitsrechner bereits kostenlos im Internet gibt. Das ist schlicht nicht Aufgabe einer Kommunalverwaltung.
Besonders irritierend ist die Begründung der Verwaltung. Alte Bürgerschaftsbeschlüsse werden herangezogen, um Projekte zu rechtfertigen, die damals so nie konkret beschlossen wurden. Genau vor dieser Entwicklung warnen wir immer. Allgemeine Beschlüsse werden später als Blankoscheck für immer neue Projekte genutzt.
Noch fragwürdiger ist die Finanzierung über ein Budget für Digitalisierung. Diese Mittel sollten eigentlich dafür eingesetzt werden, die Verwaltung moderner und effizienter zu machen oder den Bürgerservice zu verbessern. Stattdessen werden damit Projekte finanziert, die mit der eigentlichen Digitalisierung der Stadt kaum etwas zu tun haben.
Während für viele Bürger alles teurer wird, muss die Stadt ihre Prioritäten endlich klarer setzen. Die Verwaltung sollte sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren, statt Steuergeld für Projekte auszugeben, die es längst kostenlos im Internet gibt.“