182,50 Euro fürs Parkplatzsuchen: Rostock verteuert die selbst gemachte Parkplatznot

Ab dem 1. August kostet ein Bewohnerparkausweis in Rostock 182,50 Euro pro Jahr und damit rund sechsmal so viel wie bisher. Die Fraktion FDP/Unabhängige hatte sich in der Bürgerschaft zuvor gegen die drastische Verteuerung ausgesprochen. Dazu erklärt die Vorsitzende der Fraktion FDP/Unabhängige in der Rostocker Bürgerschaft, Julia Kristin Pittasch:

„Die Stadt schafft keinen einzigen neuen Parkplatz, verlangt aber künftig sechsmal so viel wie vorher dafür, dass Anwohner nach einem freien Platz suchen dürfen. Denn ein Bewohnerparkausweis garantiert keinen Parkplatz. Er erlaubt nur, das Auto in einem bestimmten Gebiet abzustellen, falls man dort überhaupt noch eine freie Lücke findet.

Besonders dreist ist die Erhöhung, weil die Stadt das Parkplatzangebot gleichzeitig weiter reduziert.Allein durch das neue Parkraumkonzept für die Steintorvorstadt sollen rund 160 weitere Stellplätze wegfallen. Es gibt also gleich viele Autos, weniger Parkplätze und deutlich höhere Gebühren.

Der Hinweis der Stadt, Rostock liege mit der neuen Gebühr bundesweit im Mittelfeld, geht am Problem vorbei. Entscheidend ist nicht, was andere Städte verlangen. Entscheidend ist, was die Rostocker für ihr Geld bekommen. Und das ist im Zweifel nur die kostenpflichtige Erlaubnis, weiter im Kreis zu fahren.

Diese Gebührenerhöhung ist Teil einer Haushaltspolitik, die vor allem bei den Bürgern kassiert. Parkgebühren, Grundsteuer und weitere Abgaben steigen, während aufgeblähte Strukturen und teure Prestigeprojekte weitgehend unangetastet bleiben.

Rostock muss Parkplätze schaffen, statt den selbst verursachten Mangel immer teurer zu verkaufen. Wir brauchen Quartiersgaragen, zusätzliche Parkhäuser und ein funktionierendes Park&Ride-System. Wer Anwohner zur Kasse bittet, muss ihnen auch bessere Angebote bieten.“